International, Schalke international, die Eurofighter sind wieder da!

SFCV-Hallenmasters in Gelsenkirchen Platz 3 für 'Königsblau Berlin'

(04.-06.01.08, günther) Erst kurz vor unserer Weihnachtsfeier am 15. Dezember war klar. Ja, wir bekommen eine Mannschaft fürs Gelsenkirchener Hallenmasters Anfang Januar zusammen.  Jetzt sind wir schon auf der Rückfahrt von diesem Turnier. Fünf Stunden Zeit, das Wochenende Revue passieren zu lassen. Unser Resümee: Es war eine teure, aber in jeder Hinsicht gelungene Fahrt für uns und unseren Fanclub. Am Ball und am Glas haben wir einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

Aber der Reihe nach. Am Vorabend des Turniers ging man – wie jedes Jahr – zum Arbeitsessen in die Pizzeria Scaglione in Gelsenkirchen-Erle. Günther und Andi bestellten – wie jedes Jahr – eine Pizza mit viel Knoblauch. Dabei machte das spieltaktisch überhaupt keinen Sinn, denn Spielertrainer Holger hatte zuvor festgestellt, dass sie diesmal nicht die Knoblauchzange bilden könnten.
Andi, den manche auch 'Andruschka' nennen, hatte sich nämlich bereit erklärt, das Tor zu hüten: „Doch – ich sag mal, ich habe mal wieder Bock darauf, das Tor zu hüten.“
Alle anderen wichtigen Anweisungen waren am Morgen des Spieltages wieder vergessen.
Vielleicht hätte die Mannschaft nicht das Terrain rund um die Pizzeria erkunden und in die Gaststätte Strohmann einkehren sollen ...

Trotzdem waren am Morgen des Turniers alle pünktlich zur Stelle: Spielertrainer Holger, Thorsten und sein Sohn Renè, Stephan O., Günther und sein Neffe Marcus, Andi, den manche auch 'Andruschka' nennen, und „Balkan-Maradona“ Miroslav, von allen nur 'Miro' genannt. Leider hatte „Sexy-Sturm“ Stephan B. kurz vorher wegen einer Verletzung absagen müssen.

Für uns begann das Turnier mit einem Paukenschlag. Wir mussten im ersten Spiel unserer Vorgruppe gegen den Vorjahressieger „I-GE-S04“ (Interessengemeinschaft der Schalkefans aus dem Stadtteil Gelsenkirchen-Schalke-Nord) antreten.
Da wir bis zu unserem Auftaktspiel ausreichend Zeit hatten, fuhren einige von uns noch schnell zum Fan-Shop. Miro, der zum ersten Mal die heiligen Stätten besuchte, erstand schließlich – nach fast einstündiger Suche – ein Pärchen allersüßester Eierbecher. Andi, den manche auch 'Andruschka' nennen, erwarb eine russisch anmutende Pelzmütze, die im Preis deutlich gesenkt worden war. Das Accessoire schlechthin für die spätere Preisverleihung!
Zufällig konnten wir auch noch Asamoah und Streit beim Laufen begutachten. Wahrscheinlich ein Straftraining!
Wer macht das schon freiwillig: Neben dem vereinsinternen Konkurrenten bei 04 Grad und Regen am Samstagmorgen übern Platz rennen und sich von ein paar Berlinern anlabern lassen, doch mal für ein Foto zu posieren.
Die Mienen der Spieler sprachen Bände!

Rechtzeitig zum Anpfiff unseres ersten Spiels waren alle wieder in der Sporthalle Schürenkamp.

Sehr konzentriert begannen beide Mannschaften. Uns half das jedoch nur bis zur 3. Minute. Da stand es plötzlich 1:0 für „I-GE-S04“. Und die meisten in der Halle dachten wahrscheinlich, dass die favorisierte „I-GE-S04“ jetzt den Sack zumachen würde. Doch durch einen Doppelschlag von Marcus und Thorsten hieß es gut eine Minute später 2:1 für uns. Durch Einsatz und Lauf-bereitschaft konnte die Führung gehalten werden. Nicht nur das. Wir hatten auch gute Möglichkeiten zum dritten Tor.
Eine Überraschung bahnte sich an! Und egal, was die „I-GE-S04“ in der Offensive versuchte, irgendwer hatte in der sehr fairen Partie noch mindestens einen Fuß dazwischen. Als dann 30 Sekunden vor Schluss eine Ecke gegen uns gepfiffen wurde, wussten wir: Nur noch die Ecke überstehen, dann haben wirs. Doch leider stellte sich niemand vor den gegnerischen Eckenschützen, sodass der unbehindert, direkt, flach und scharf auf seinen Mitspieler passen konnte, und es hieß 2:2.
Na ja, es hatte nicht ganz gelangt zur ganz großen Überraschung, doch mit dem Unentschieden konnten wir auch zufrieden sein.
Nicht aber Thorsten, der den Anstoß zu einem schnellen Gegenangriff nutzen wollte. Sein Schuss wurde abgefälscht, der Ball flog zu einem gegnerischen Spieler, der passte schnell zu seinem Mitspieler. Dieser wiederum nutzte seine Grundschnelligkeit, ließ Holger rechts stehen und schoss platziert ins linke untere Eck. 5 Sekunden Restspielzeit zeigte die Anzeigetafel in diesem Moment. Wir hatten in nicht einmal 30 Sekunden ein gewonnen geglaubtes Spiel aus der Hand gegeben. Jetzt wussten wir, wie die Bayern-Spieler sich damals im Champions-League-Finale gefühlt haben müssen. Aber für uns war es erst das erste Spiel. Alles war noch möglich.

Das 2. Spiel gewannen wir gegen „Blau-Weißer Partywaggon“ deutlich mit 7:1. Unser Gegner hatte zuvor sein Auftaktspiel gewonnen. Wir hatten nun also sehr gute Chancen, Zweiter in unserer Gruppe zu werden. Doch nur der beste Zweite aus den drei Gruppen kommt ins Halbfinale. Darum reichte es nicht, in den letzten beiden Vorrunden-Spielen zu siegen. Wir mussten möglichst hoch gewinnen.

In diese Überlegungen hinein platzte die Bombe. Miro und Andi, den manche auch 'Andruschka' nennen, hatten die Ergebnislisten der anderen Gruppen analysiert. Dabei war ihnen aufgefallen, dass in der Gruppe 1 „Laisa“ und „Horster Kurve“ gemeinsam vorn liegen und dass wir bei einem Unentschieden der beiden im direkten Aufeinandertreffen keine Chance mehr hätten, bester Zweiter zu werden. Miro, sensibilisiert durch viele manipulierte Spiele in seiner Heimat, glaubte fest an eine Absprache der beider Teams.
Die etwas Älteren unter uns erinnerten sich noch an das Spiel zwischen Deutschland und Österreich in Gijon bei der WM 1982, als der knappe 1:0-Sieg der Deutschen beide Mannschaften eine Runde weiter brachte.

Und die zurückhaltende Anfangsphase zwischen „Laisa“ und „Horster Kurve“ schien die Skeptiker zu bestätigen. Als jedoch Horst in Führung ging, war man sich einig, dass es wohl keine Absprache gegeben hat. Das Spiel, das auf gutem Niveau mit viel Einsatz von beiden Seiten geführt wurde, widerlegte die letzten Zweifler.
Doch dann glich „Laisa“ aus. Und keine 4 Minuten mehr zu spielen! Die Horster spielten jetzt sehr vorsichtig, gingen kein Risiko mehr ein. Sie wussten, ein Unentschieden würde ihnen reichen. Und wir wären draußen.
Dass die Mannen aus Laisa trotzdem ungestüm nach vorne spielten, ließ nur einen Schluss zu: Sie konnten nicht rechnen. Unser Glück! Denn so konnte „Horster Kurve“ gut 1 Minute vor Ende der Partie einen Konter zum 2:1 abschließen. Danach bejubelten wir – zugegebenerweise sportlich nicht ganz fair – jeden Ballverlust für „Laisa“ und jede Spielverzögerung. Die Schluss-sirene! Jetzt „nur“ noch unsere Spiele gewinnen!

Wir standen gegen die Jungs von „Heartkick“ noch gar nicht richtig auf dem Platz, da lagen wir schon mit 0:1 zurück. Glücklicherweise gelang schnell der Ausgleich. Doch wieder eine Unachtsamkeit in der Abwehr und „Heartkick“ führte erneut. Kurze Zeit danach schossen wir das 2:2 und endlich schien die Mannschaft auf die Siegerstrasse zu kommen. Dieses Gefühl währte nicht lange. Miro erhielt nach einem groben Foul zu Recht eine 2-Minuten-Strafe. Wie ein Weckruf für die ganze Mannschaft wirkte diese Sanktion. Jeder gab nun sein Äußerstes. Dabei hoch konzentriert! Und in Unterzahl traf Thorsten sogar zur Führung. Als wir wieder vollzählig waren, ließen wir uns das Spiel nicht mehr aus der Hand nehmen. 6:2 war der Endstand.

Das letzte Gruppenspiel gegen „Frillendorf“ geriet zum Schaulaufen: 11:0. Hinterher erfuhren wir, dass es sich bei den Frillendorfern um ein Behinderten-Projekt gehandelt hat. Mit dem Wissen vor dem Spiel hätten wir es wohl bei einem Pflichtsieg belassen.

Nun waren wir tatsächlich im Halbfinale. Der Modus sah vor, dass wir wieder gegen unseren Gegner aus dem ersten Vorrundenspiel „I-GE-S04“ antreten mussten.
Im Halbfinale waren beide Manschaften, gewarnt durch das knappe Spiel während der Vorrunde, vor allem auf Sicherheit bedacht. Die Angriffe wurden oft nur zögerlich vorgetragen. Keiner wollte ein hohes Risiko eingehen. Dennnoch war das Spiel zu jeder Zeit spannend. Denn jeder wusste, der kleinste Fehler kann das Spiel entscheiden.
So kam es dann auch. Nur noch zwei Minuten waren zu spielen, als wir nach einem Fehlpass im Spielaufbau geschickt ausgekontert wurden.
1:0 für „I-GE-S04“. Thorsten und Miro hatten wenige Sekunden vor Abpfiff noch den Ausgleich auf dem Fuß, aber sie vergaben kläglich. So blieb uns nur das Spiel um den dritten Platz.

Das Spiel um Platz 3 gewannen wir zwar gegen „Tollwut Datteln“ mit 3:0, aber das Ergebnis täuscht darüber hinweg, dass es eines unserer schwächeren Spiele war. Nach unserem frühen 1:0 hatten die Dattelner viel Pech. Dreimal trafen sie nur den Pfosten. Erst als gegen Ende Marcus das 2:0 erzielt hatte, wich unsere Nervosität und wir konnten sogar noch zum 3:0 erhöhen.

Wir waren Dritter! So gut waren wir beim Hallenmasters noch nie! Und wir wurden gefeiert!
Dem Fanclub „Blau-Weißer Partywaggon“ gefiel unser engagiertes und faires Auftreten so gut, dass sie uns in den letzten Spielen lautstark unterstützt hatten. Und nicht nur das. Sie luden uns ein, mit ihnen im Partywaggon zu feiern. Wir versprachen zu kommen.

Nachdem Klaus Fichtel uns zum dritten Platz gratuliert hatte, gingen wir erst noch gemütlich essen, bevor wir uns an die Einlösung unseres Versprechens machten.
Der Partywaggon war trotz Wegbeschreibung in der Dunkelheit nicht leicht zu finden. Erst bei der Suche nach einer geeigneten Stelle zur ungestörten Blasenentleerung fand man schließlich den Partywaggon auf einem still gelegten Bahngleis.

Wir waren spät dran, viele vom Fanclub waren schon gegangen. Die Anwesenden jedoch feierten mit uns bis tief in die Nacht. Ein unvergesslicher Abend nach einem unvergesslichen Turnier!

Einzelkritik:

Andi 'Andruschka': 1 – An den Toren machtlos, reaktionsschnell auf der Linie, stets anspielbar (Torwart!), überragend im Halbfinale und im Spiel um Platz 3!

Günther: 3,5 – Solide, nach seiner Verletzung noch nicht topfit, beste Aktion: Pokalentgegennahme.

Holger: 2,5 – Sehr gute Zweikampfbilanz in der Abwehr, im Spiel nach vorn eher zurückhaltend.

Marcus: 1,5 – Gute Ballbehauptung, schoss Tore in wichtigen Spielphasen, teilweise zu uneigennützig.

Miro: 1,5 – Überragender Techniker! Brachte sich durch sein dummes Foul um eine bessere Bewertung.

René: 2,5 – Nach nervösem Beginn immer besser, vor allem offensiv, im Abwehrverhalten mit Schwächen.

Thorsten: 1,5 – Spielte in der Abwehr und im Spielaufbau sehr souverän, mit einer Ausnahme: sein überhasteter Abschluss im ersten Spiel führte zur Niederlage.

Stephan: 2,5 – Gewohnt einsatzfreudig und kämpferisch, tragisch der Fehlpass im Halbfinale vor dem 0:1.


Fotos zu dem Turnier findet man auch auf folgenden Homepages:
www.heartkick.de
www.blauweisser-partywaggon.de

und in der Rubrik "Mannschaft".